#7VST

#7vsT

Karl Heinz Jeron & Benedikt Eickhoff

Athen & Berlin

Mai 2018

www.jeron.org

www.benedikt-eickhoff.de

#7VST

ES GEHT UM DAS NEUE, DAS ANDERE

Eine spekulative Inszenierung mit Automaten | Ödipus, der Held ist tot. | Was bleibt ?

Die griechische Tragödie „Sieben gegen Theben“ von Aischylos wird von Automaten aufgeführt, Schauspiel wird zum kybernetischen Spiel. Bei den selbstentwickelten Roboter- Schauspielern geht es nicht um die Mimik menschlicher Fähigkeiten, sondern um die Verwendung spezieller, maschinentypischer Eigenschaften wie Singularität und binäre Opposition. Die ästhetische Praxis bei 7vsT ist Verklanglichung und Selbstsorganisation der Automaten. Mit kybernetischen Mitteln entwickelt sich ein sich selbst modulierendes Spiel. Dabei werden die zu sprechenden Texte nicht nur im Original, sondern im Verlauf des Spiels mit einer Markov-Generator-Software erzeugt. So entstehen Permutationen der Vorlage. Es geht um das Neue, das Andere, nicht notwendigerweise Bessere.

Prinzipiell können und sollen die Automaten auch außerhalb ihrer ursprünglichen Bestimmung agieren und schaffen so nicht vorhersagbare Konstellationen. Sie nutzen Singularitäten, mathematische Definitions-Lücken, also Ausnahmen, die im Kontext der Tragödie etabliert werden. Die Methode bezieht sich auf das Konzept der

Aleatorik, basierend auf Zufall und Improvisation, wie sie auch von John Cage, Pierre Boulez und Iannis Xenakis verwendet wurden. Ziel, wie bei allen Tragödien ist ein Sinneswandel bei den Zuschauerinnen. Der Mensch steht nicht mehr im Mittelpunkt. Logozentrisches und dichotomisches Denken soll reflektiert werden. Die Bühne ist ein Ort des Ausnahmezustands. Der Infarkt ist der Ausnahmezustand eines Organismus und beschreibt bei 7vsT die nicht vollständig planbare Entwicklung des Spiels der Automaten.

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